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Ist die Ukraine noch zu retten ?
USA zündeln an EUropa vorbei gegen EU-Interessen
Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit. Es wird eine regelrechte Gehirnwäsche organisiert, damit die aufgetischten Lügen geglaubt werden. Gleichzeitig wird der Gegner verteufelt, um allfällige Hemmungen zum Totschlagen zu beseitigen. So lief es auch im Fall der Ukraine, wo nach dem Putsch die »guten Demokraten« als Freunde der EU und als Patrioten verklärt wurden, die sich wehren gegen die bösen Russen und ihre Handlanger. Tatsache aber ist: die Putschisten hetzen die Armee samt Nationalgarde aufs eigene Volk. So leitete Ali Ruckert als Chefredakteur dieser Zeitung das Rundtischgespräch beim diesjährigen »Wisefest« ein.
Rainer Rupp, der unter dem Decknamen »Topas« als Kundschafter des Friedens in der NATO seinerzeit sehr viel dazu beitrug, daß das »alte Europa« nicht in einem Atomkrieg unterging, verwies auf die sich überschneidenden Interessen voller imperialistischer Widersprüche.
Die Sicherheitsorgane in der Ukraine sind fest in der Hand der Faschisten – in der Putschregierung sind fünf faschistische Minister. Vor Ort ziehen hunderte USA-Berater und -Geheimdienstler die Fäden. So war’s auch, als sich die Außenminister Frankreichs und der BRD mit einem russischen Emissär und dem ukrainischen Vertreter auf eine Waffenruhe geeinigt hatten, der »Schokoladenkönig« aber nach Konsultationen mit den USA den »militärischen Druck« verstärkte. Wobei das Kriegsverbrechen gegen die Bevölkerung sind: Massaker, rücksichtsloses Beschießen von Wohnvierteln!
Die Vorgehensweise hat einen Grund: das ukrainische Militär ist zu schwach bzw. nicht einsetzbar, weil die Soldaten ihr Material stehen lassen und sich verflüchtigen. Übrig bleiben neben einigen Spezialtruppen an vorderster Front etliche Tausend »Maidans«, die ohne die Luftangriffe mit vielen zivilen Toten nicht vorankommen.
Die Putsch-Regierung hat aber nicht genug Militär, um die Städte zu halten gegen die Guerillataktik ihrer Gegner. Wenn die Nationalgarde mangels militärischer Schulung das nicht weiß, so müssen es die USA-Berater aber wissen. Und das was passiert, kann nur auf Grund der USA-Berater geschehen!
Vorrangiges USA-Ziel ist, die Ukraine zu destabilisieren um sie nach Westen zu ziehen. Dafür gaben die USA fünf Milliarden Dollar aus. Das ist die Retourkutsche gegen Rußland für Syrien und andere Knüppel in die USA-Räder.
Jetzt ist die Ukraine ein Riesenherd unmittelbar vor der Haustür Rußlands, der nach Belieben hoch- oder niedergefahren werden kann als Reaktion auf die russische Politik anderswo. Daran ist die »Alt-EU« überhaupt nicht interessiert. Sie hatte versucht, eine »strategische Partnerschaft« mit Rußland auszuhandeln, was die neuen EUropäer (vor allem Polen und die baltischen Staaten) USA-gesteuert sabotierten.
Dies weil dort die neuen Bourgeoisien Aufstände in ihren Ländern fürchten, wenn sich die Arbeiter daran erinnern, daß es früher besser war: sie haben Angst, ihr mühsam zusammengeklautes Vermögen zu verlieren! Der »Alt-EU« trauen sie nicht zu, bei solchen Volksaufständen zu intervenieren, den USA aber schon, denn die taten sowas schon öfter.
Rainer Rupp sieht unter Verweis auf den Informationsdienst für Großkapitalisten »Stratfor« Hinweise darauf, daß die USA die NATO als für sie nicht mehr funktionierendes Instrument ansehen. Sie strebten eine Allianz unter ihrer Führung ohne Vetorecht (in der NATO gilt das Prinzip der Einstimmigkeit!) von den baltischen Staaten bis Zentralasien an.
Dies auch als Rückversicherung für den Fall, daß die NATO ganz kaputt geht, da die USA sonst raus wäre aus dem EU-Spielfeld. Daher auch der Versuch, die EU-Länder mit der Ukraine an die US-Seite zu zwingen in einer Allianz gegen Rußland. Die »Alt-EU« versucht das zu unterlaufen – und irgendwann könnte es womöglich ein Zeichen an Rußland geben, man hätte nichts mehr gegen einen Schlag wider die faschistische Regierung in der Ukraine, mit der die »Alt-EU« keine Freude hat.
Aloyse Bisdorff, vormaliger KPL-Abgeordneter, wies darauf hin, daß die Ukraine größer als Frankreich ist, und östlich bis an den 40. Längengrad reicht, der 130 km hinter Moskau langgeht. Mit der Krim würde eine Ukraine in der NATO nach US-Wunsch das Schwarze Meer zum NATO-Teich machen, die dann 90 Prozent der Küstenlinie in der Hand hätte. Ohne die Krim verliert die Ukraine jedoch einen Großteil des geostrategischen Vorteils. Ansonsten ist die Ukraine als großes Agrarland eine zur Zeit geschätzte strategische Ware, obwohl sie so gut wie pleite ist, da ausgeplündert durch die Oligarchen. Aloyse Bisdorff sieht eine bedeutende Kriegsgefahr, ganz besonders nach der Ankündigung der rechtsextremen Kräfte, die Krim zurückerobern zu wollen. Sie setzen also nicht nur auf einen militärischen Sieg gegen die Ost-Ukraine! Das Endziel jedoch geht nur in einem Krieg mit den USA und anderen Willigen!
Armand Clesse wollte das nicht so recht glauben. Er sieht aber das Interesse der USA, mit allen Mitteln Rußland zu schwächen: der Westen will ein unterwürfiges Rußland.
Die europäische Presse, die monolithisch in eine Richtung gegen Rußland schreibt, verfolgt eine US-Agenda, die von den meisten Regierungen und Kapitalvertretern aus EU-Ländern nicht so vertreten wird.
Wie vor dem Ersten Weltkrieg sieht Armand Clesse die gleichen Fehler und Lügen – und dasselbe Versagen der Intellektuellen und Sozialdemokraten.
Ausdiskutiert ist das Thema nicht – laßt also Träume fliegen wider todbringende Schlachten!






