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In Erinnerung an Maisy Gallé

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03/12/2014

Genossin Maisy Gallé verstarb am 29. Mai 2014 im Alter von 89 Jahren. Auf ihren Wunsch hin veröffentlichen wir diesen Nachruf zu ihrem heutigen 90. Geburtstag.

Maisy Gallé stammt aus einer kommunistischen Resistenzlerfamilie, ihr Vater Henri Gallé wurde am 24. Juli 1941 von der Gestapo auf »Terre Rouge« wegen seiner politischen Aktivitäten als Kommunist verhaftet, kam erst ins Konzentrationslager Hinzert, dann ins KZ Sachsenhausen. Er starb auf dem Transport ins KZ Bergen-Belsen.

Genossin Maisy Gallé selbst hatte einen leidvollen Lebensweg im Zweiten Weltkrieg. Im Alter von 16 Jahren kam sie in den Arbeitsdienst nach Billerbeck bei Münster in Westfalen, danach in den Kriegsdienst bei Siemens in Berlin und in die Schokoladenfabrik »Trumpf« in Mannheim.

Im August 1944 flüchtete sie zu Familienangehörigen nach Britten-Mettlach. Im April 1945 fuhr sie nach Trier, von dort mit einem luxemburgischen Militärwagen nach Luxemburg und weiter nach Rümelingen.

1945 trat sie in die Kommunistische Partei ein und wurde eine Militantin. Sie wurde Gründungsmitglied der Sektion Rümelingen der Union des Femmes Luxembourgeoises und übernahm während langen Jahren deren Präsidentschaft. Sie war aktiv im Vorstand des »Réveil de la Résistance« und in den Vorständen der Freundschaftsgesellschaften »Lëtzebuerg – UdSSR“ und »Lëtzebuerg – DDR«.

Gewerkschaftlich vertrat Genossin Maisy Gallé lange Jahre den Freie Lëtzebuerger Arbechterverband (FLA) in der Arbeiterkammer.
Sie engagierte sich im Friedenskampf, nahm an den Demonstrationen gegen den von den USA geführten Vietnam-Krieg teil, weil sie aus ihrer Lebenserfahrung durch die von Nazi-Deutschland geführten Eroberungskriege wusste, was faschistische und imperialistische Unterdrückung bewirkt.

Zur Zeit der Schließungen von Gruben und Schmelzen zu Beginn der Stahlkrise war sie bei jeder Demonstration und bei vielen Zeitungs- und Flugblattverteilungen der KPL vor den Toren der Hüttenwerke.
Auch in ihrer Heimatstadt Rümelingen nahm sie jahrelang bis zu ihrer Erkrankung am politischen Leben der Sektion teil, wo sie wertvolle Arbeit leistete.

Als Kommunistin war es für sie selbstverständlich in den Jahren 1951, 1957 und 1969 zu den Gemeindewahlen auf der KPL-Liste zu kandidieren. Sie hatte stets ein offenes Ohr, wenn es hieß, die Partei oder die »Zeitung vum Lëtzebueger Vollek« zu unterstützen.

Genossin Gallé Maisy war bis zu ihrem Tode eine überzeugte Kommunistin.

Die Rümelinger Kommuni­sten werden ihr Andenken und ihren Kampf für eine gerechte, soziale und friedliche Welt in Ehre halten.

Edmond Peiffer