Artikel

»Remise des cartes« bei der KPL

»Richtig ist, was der Arbeiterklasse und allen Schaffenden nutzt«

Schriftgröße fontsizedown
fontsizeup

E-mail

Drucken Drucken

Vergrößern

03/02/2015

Seit den 60er Jahren findet bei der KPL jedes Mal zu Beginn des Jahres eine »Remise des cartes« statt, während der die Mitgliedkarten an die Parteimitglieder ausgegeben werden. Die diesjährige »Remise des cartes« im Restaurant »L’Olivia« am vergangenen Samstagabend in Oberkorn war trotz des heftigen Schneetreibens gut besucht.

Nach den Erläuterungen des Differdinger Sektionspräsidenten Edoardo Tiberi zur Geschichte der Gemeinde Differdingen, ging KPL-Präsident Ali Ruckert auf die Notwendigkeit der marxistischen Bildung und Weiterbildung ein. Mehr denn je sei es heute erfordert, sich die Erkenntnisse des historischen und dialektischen Materialismus anzueignen.

Das Studium der Werke von Marx, Engels, Lenin und weiterer kommunistischer Theoretiker, die darauf aufbauten, sei ein Kompaß, auf den Kommunisten nicht verzichten können, wollen sie die historische Entwicklung und die gegenwärtigen wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhänge richtig analysieren und sie in ihre politische Aktion einfließen lassen. Insbesondere, aber nicht nur für die jungen Parteimitglieder und die Mitglieder der Jeunesse Communiste sei es wichtig, die marxistischen Klassiker nicht nur zu »lesen«, sondern zu »studieren« und die gesellschaftliche Realität möglichst genau kennen zu lernen.

Der KPL-Präsident befasste sich anschließend eingehender mit der gesellschaftlichen Realität in Luxemburg und mit den Bemühungen der KPL, möglichst viele Menschen über die salariatsfeindliche Regierungspolitik zu informieren und sie zu bewegen, sich dagegen zu wehren. Er ging aber auch auf die jüngsten Entwicklungen in Griechenland ein und stellte fest, dass der Ausgang der dortigen Parlamentswahlen eine Niederlage für all jene Parteien und Kräfte ist, die dem griechischen Volk mit Hilfe der EU höhere Ausbeutung und massive Austerität auferlegten und ein wirtschaftliches und asoziales Desaster herbeiführten.

Das gute Abschneiden der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), mit der die KPL sich im Wahlkampf solidarisch erklärt hatte, dürfte zweifelsohne dazu beitragen, dass die Partei ihren Einsatz für die Interessen der Arbeiterklasse weiter verstärken könne.
Was die Haltung zur neuen griechischen Regierung angeht, die vom Parteienbündnis Syriza geführt wird, sei es notwendig, sich bei allen Entscheidungen zu fragen, ob sie den Schaffenden im Allgemeinen und der Arbeiterklasse im Besonderen nützen oder nicht.

Selbstverständlich sei es zu begrüßen, wenn Programmpunkte wie die massive Erhöhung des Mindestlohnes, die kostenlose Gesundheitsversorgung für Arbeitslose und Kleinverdiener oder die Einführung eines kostenlosen Frühstücks und Mittagessen für Kinder in öffentlichen Schulen, und die höhere Besteuerung der Reichen umgesetzt würden und Schluß mit der Austeritätspolitik gemacht werde.

Man dürfe sich aber keinen Illusionen hingeben, denn grundlegende gesellschaftliche Veränderungen in Griechenland und in anderen EU-Ländern seien nur zu erreichen, wenn ein Bruch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen erfolge und wenn eine öffentliche Kontrolle über strategische Wirtschaftszweige und Betriebe angestrebt und Veränderungen vorbereitet würden, welche die EU als Machtinstrument des Groß- und Finanzkapitals und die kapitalistische Ausbeuterordnung in Frage stellen und überwinden würden.