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47. Friedens- und Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises

Die Solidarität nicht vergessen

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06/03/2017

Auf dem traditionellen Friedens- und Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises wurde Solidarität groß geschrieben

Aus Anlaß des 8. März – Internationaler Frauentag – fand am Sonntag im Kulturzentrum in Rodange der traditionelle Friedens- und Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises (UFL) statt. Die UFL ist seit 1945 Mitglied der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF), war die einzige Frauenorganisation in Luxemburg, die ab den 1950er Jahren alljährlich am 8. März eine Veranstaltung für die Rechte der Frauen, für Frieden und soziale Gerechtigkeit und ab 1970 einen Solidaritätsbasar durchführte. Der Basar hieß während der ersten Jahre »Vietnam-Basar«, da die Einnahmen ausschließlich dazu dienten, den vietnamesischen Frauen und Kindern, die Opfer der Aggression der USA wurden, materielle und finanzielle Hilfe zukommen zu lassen.

Nach dem Sieg des vietnamesischen Volkes wurde der Basar in Friedens- und Solidaritätsbasar umbenannt, und die Einnahmen aus dem Basar wurden Jahr für Jahr genutzt, um Frauen und Kinder in Angola, Bulgarien, Chile, Italien, Kuba, Palästina, Rumänien und in vielen weiteren Ländern und soziale Vereinigungen in Luxemburg zu unterstützen. Die UFL finanziert zudem eine Patenschaft für zwei Kinder aus dem westafrikanischen Land Sierra Leone.

Gelegentlich des diesjährigen Basars konnte UFL-Präsidentin Babette Ruckert erneut zahlreiche Besucher begrüßen, darunter den KPL-Präsidenten und Differdinger Gemeinderat Ali Ruckert, den ehemaligen KPL-Abgeordneten Aloyse Bisdorff und eine Delegation des »Lëtzebuerger Rentner- an Invalideverband«.

In ihrer Festansprache erinnerte Babette Ruckert an die Ursprünge der Frauenorganisation, die vor 71 Jahren von kommunistischen Frauen gegründet wurde, die aus dem KZ und der antifaschistischen Resistenz kamen und sich für Frieden, die Rechte der Frauen, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität einsetzten. An diesem Programm halte die UFL bis heute fest, so Babette Ruckert, die in ihrer Ansprache auch die wachsenden Ungleichheiten und die zunehmende Armut im Land, die Teuerung, die hohe Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot anprangerte und scharf kritisierte, dass Luxemburg sich am provokativen NATO-Aufmarsch an der russischen Grenze beteiligt, und dass in Lettland Luxemburger Soldaten unter deutschem Oberkommando stehen werden. 75 Jahre nach der Zwangsrekrutierung von Luxemburgern für die deutsche Wehrmacht sei das eine regelrechte Schande.

Sie befasste sich auch mit den Ursprüngen der Frauenbewegung, erinnerte daran, dass bereits 1789 anläßlich der Französischen Revolution Tausende von Frauen auf die Straße gingen, um Brot und Rechte zu fordern und hob die bedeutende Rolle hervor, welche die sozialdemokratische und später die kommunistische Bewegung und Clara Zetkin beim Zustandekommen des Internationalen Frauentages und im Kampf für die soziale Befreiung und Gleichberechtigung der Frauen spielten.

Die UFL-Präsidentin erinnerte weiter an die Zusammenarbeit Luxemburger Frauenorganisationen ab 1983 und machte darauf aufmerksam, dass die UFL heute Teil der Plattform JIF ist, die auch in diesem Jahr Aktivitäten zum Internationalen Frauentag durchführt.

Solidarität mit der »Stëmm vun der Strooss«

Zu Gast beim 47. Friedens- und Solidaritätsbasar war in diesem Jahr die Vereinigung ohne Gewinnzweck »Stëmm vun der Strooss«. Wie deren Direktionsbeauftragte Alexandra Oxacelay erläuterte, gab die »Stëmm« in ihren Restaurants in Hollerich und Esch/Alzette im Jahr 2016 insgesamt 100.130 Essen aus, verteilte 137 Tonnen Lebensmittel, betreute 249 Personen bei beruflichen Eingliederungsmaßnahmen und verschaffte 30 Personen eine Wohnung im Rahmen von »Immo Stëmm«. Ärzte die unentgeldlich für die »Stëmm« arbeiten, führten in 575 Fällen Sprechstunden durch.

Wohl wird die »Stëmm« aus dem Staatshaushalt finanziert, aber für manche Aktivitäten bleibt die Vereinigung auf Spenden angewiesen. Die UFL überreichte der Vertreterin der »Stëmm vun der Strooss« denn auch eine Spende in Höhe von 500 Euro, für welche Alexandra Oxacelay sich herzlich bedankte.

Eine Spende in gleicher Höhe aus den Einnahmen des diesjährigen Basars wird an das »Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient« gehen, deren Vertreter in letzter Minute verhindert war und die Spende zu einem späteren Zeitpunkt entgegennehmen wird. Das Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient« unterstützt bekanntlich palästinensische Frauen und Kinder im Flüchtlingslager Jenin in dem von Israel besetzten Westjordanland.

Eine weitere Spende in Höhe von 500 Euro wurde an den Chor des »Club Senior Prënzebierg« aus Differdingen überreicht, der die Veranstaltung der UFL mit einem Konzert bereicherte und dafür großen Applaus bekam.