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Antrittsrede des neuen Differdinger KPL-Gemeinderats Ali Ruckert: »Soziale Gerechtigkeit hat für die Kommunisten Priorität«

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28/11/2011

Gelegentlich der ersten Gemeinderatssitzung in Differdingen, welche am 23. November 2011 stattfand, erinnerte der neue KPL-Rat Ali Ruckert daran, dass die Kontinuität der kommunistischen Präsenz im Differdinger Gemeinderat während der vergangenen 75 Jahre nur zweimal unterbrochen wurde.

Das erste Mal, als die Nazis das Land am 10. Mai 1940 überfielen, den Gemeinderat auflösten und den KPL-Rat Jéhan Steichen, der 1938 gewählt worden war, vor dem sogenannten »Volksgerichtshof« in Berlin »wegen Hochverrats« zu langen Jahren Zuchthaus verurteilten.
Das zweite Mal, als in der Folge der Niederlage der Sowjetunion und der sozialistischen Länder im Kalten Krieg und des Triumphs der USA und des Kapitalismus den Menschen eingeredet wurde, das Ende der Geschichte sei gekommen und die Kommunisten hätten ihre Daseinsberechtigung verloren.

Dass die KPL, die während der vergangenen Jahre ununterbrochen in Differdingen aktiv war, am 9. Oktober in den Gemeinderat gewählt wurde, war für viele eine Überraschung, umso mehr, weil andere Parteien und ein Großteil der Medien voraussagten, die KPL werde vollstän¬dig verschwinden.

Die Entscheidung vieler Differdinger Einwohner, den Kommunisten die Rückkehr in den Gemeinderat zu ermöglichen, sei umso höher zu bewerten, so Ali Ruckert, als die Liste »KPL-d’Kommunisten« mit einem konsequent antikapitalistischen Programm antrat und, im Vergleich zu 2005, ihre Listenstimmen um fast 40 Prozent steigern konnte.

Auf der Grundlage dieses Programms werde er während der nächsten Jahre arbeiten, so Ali Ruckert, der gleichzeitig die Arbeit der vorangegangenen KPL-Gemeinderäte Jéhan Steichen, Herrmann Klein, Georges Bauer, Henri Bresmal, Joseph Schwickert, Mackes Flammang, Jos. Freismuth, Lucien Klein, Bruno Piazza und Emile Back würdigte.
Der neue KPL-Rat hob hervor, dass er sich im Differdinger Gemeinderat mit aller Kraft für soziale Gerechtigkeit einsetzen werde, wobei ihm klar sei, dass die nationale Politik stark in die Gemeinde hinwirke und es auch auf nationaler Ebene radikaler Veränderungen bedürfe, um der Politik der Austerität, des Sozialabbaus, des Kaufkraftschwunds und des Wohnungsmangels ein Ende zu setzen. Doch auch da trage die Gemeinde eine Verantwortung.

Abschließend rief er die Bevölkerung dazu auf, die KPL in ihrem Einsatz für soziale Gerechtigkeit zu unterstützen und Hand mit anzulegen, wenn es darum gehe, Entscheidungen der DP/Déi Gréng-Koalition, die sich negativ für die schaffende Bevölkerung auswirken würden, zu verhindern.