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Soziale Lage in Differdingen wird schlimmer

KPL-Gemeinderat Ali Ruckert fordert Bestandsaufnahme und konkrete Aktionen gegen Armut und Arbeitslosigkeit

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20/01/2012

Differdingen hat die zweithöchsten Arbeitslosenzahlen im Land, die Zahl der Differdinger Einwohner mit RMG wird immer größer und die Zahl der Familien, die auf Unterstützung des Sozialamtes angewiesen sind, wuchs innerhalb eines Jahres um die Hälfte.

»Doch weder die Schöffenratserklärung, noch das Gemeindebudget für 2012 weisen eine Strategie zur Bekämpfung der Armut und der Arbeitslosigkeit auf«, stellte der kommunistische Gemeinderat Ali Ruckert in der Budgetsitzung vom 11. Januar 2012 fest.

Er forderte eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, welche der Gemeinderat mit der Bevölkerung diskutieren und aus der anschließend die notwendigen Schlussfolgerungen gezogen und Aktionen eingeleitet werden könnten, um Armut und Arbeitslosigkeit aktiv zu bekämpfen.

Der Schöffenrat von DP und Déi Gréng reagierte jedoch nicht auf den Vorschlag.

KPL schlägt Schaffung einer kommunalen Großgärtnerei vor

Der KPL-Rat begrüßte, dass die Gemeindeverwaltung arbeitslose Jugendliche zeitweise beschäftigt, kritisierte aber, dass dies zu Dumpinglöhnen geschieht, die zwar legal sind, aber nicht zum Leben ausreichen. Welche Bank gibt einem Jugendlichen, der keinen festen Arbeitsplatz und nur 80 Prozent des Mindestlohnes als Einkommen hat, schon einen Kredit? Der kommunistische Gemeinderat schlug vor, in Differdingen eine kommunale Großgärtnerei einzurichten und möglichst viele junge Menschen in den Anbau von ökologischem Gemüse und Obst zu qualifizieren. Über den Verkauf von Gemüse und Obst könne die Gemeinde sich zusätzlich eine neue Einkommensquelle schaffen. Konkurrenz zu einheimischen privaten Obst- und Gemüsegärtnern sei das nicht, denn immerhin werden knapp 98 Prozent des Gemüses und ein fast so großer Anteil an Obst aus dem Ausland importiert.