Artikel

Differdinger Gemeinderat vom 13. Juni 2012

KPL-Rat: »Wir brauchen eine öffentliche, laizistische Gesamtschule«

Schriftgröße fontsizedown
fontsizeup

E-mail

Drucken Drucken

Vergrößern

14/06/2012

Im Mittelpunkt der Sitzung des Differdinger Gemeinderats vom 13. Juni stand die Schulorganisation für das Jahr 2012/2013. Der kommunistische Rat Ali Ruckert lobte die Bemühungen der Lehrerschaft und aller im Schulbetrieb beschäftigten Mitarbeiter, den Kindern eine möglichst große Unterstützung zu gewähren und sie im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten differenziert zu fördern. Diese Bemühungen würden allerdings zu einem Teil dadurch zunichte gemacht, dass das Unterrichtswesen in Luxemburg global darauf ausgerichtet sei, die bestehenden sozialen Unterschiede und die damit einhergehenden Diskriminierungen und Ausgrenzungen zu erhalten und zu festigen.

Der Vertreter der KPL sprach sich für eine öffentliche Gesamtschule und Schulklassen mit maximal 15 Kindern aus, was eine deutliche Erhöhung des staatlichen Schuletats notwendig mache. Zudem forderte er eine laizistische Schule. Der Religionsunterricht müsse vom Schulprogramm gestrichen und durch naturwissenschaftliche Kurse ersetzt werden, die religiösen Symbole müssten aus den Klassensälen entfernt werden.

Der kommunistische Rat kritisierte auch, dass der Schöffenrat während der vergangenen 20 Jahre teilweise falsche Prioritäten setzte, so dass heute noch immer Schulklassen in Container untergebracht sind. Alle Bemühungen, den Schulbetrieb in Differdingen auf die Ganztagsschule umzustellen, wird die KPL hingegen unterstützen.

Die Schulorganisation 2012/2013 wurde, ebenso wie anschließend die Organisation der Sprachenkurse für Erwachsene, einstimmig angenommen.

»Römer«-Spielplatz für 93.000 Euro in Niederkorn

Einstimmig gaben die Räte ihre Zustimmung zur Schaffung eines neuen Spielplatzes im oberen Teil der Rue de Longwy in Niederkorn. Der Abenteuerspielplatz, auf dem eine Tunnelrutsche, eine Hang¬rutsche, ein Netztunnel, eine Seilnetzbrücke, ein Kletternetz und ein Kletterschlauch eingerichtet werden, soll 93.000 Euro kosten. Die Arbeiten werden vom »Centre d’Initiative et de Gestion local« (CIGL) aus Differdingen durchgeführt.

Nicht einverstanden zeigte sich der kommunistische Gemeinderat Ali Ruckert damit, dass der Schöffenrat die neue Anlage wegen des nahen Titelbergs »Römischer Spielplatz« nennen will. Wenn schon, dann sollte der Spielplatz nach den Kelten benannt werden, die auf dem Titelberg siedelten, bevor sie von den Römern in einem Feldzug unterworfen wurden, so der kommunistische Rat. Zudem bestehe immer noch die Möglichkeit, die Schulkinder aus Niederkorn mit der Namensgebung zu befassen.

KPL-Rat: Bau von bezahlbaren Mietwohnungen muß Priorität haben

In zweiter Lesung stimmte der Gemeinderat mit 14 Stim¬men, bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen, dem Bebauungsplan für Eigentums- und Studentenwohnungen auf einem 275 Ar großen Gelände in der Avenue de la Liberté in Niederkorn zu, auf dem sich einst die technischen Dienste der Gemeindeverwaltung befanden. Der KPL-Vertreter stimmte erneut gegen das Projekt und erklärte, angesichts der bestehenden Wohnungsnot müsste dem Bau von bezahlbaren Mietwohnungen absolute Priorität eingeräumt werden.

Der KPL-Rat stimmte auch gegen von den Schöffenratsparteien gewollte Änderung des Organigramms des kommunalen »Service à l’Egalité des Chances«, die bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen angenommen wurde.

Die bisherige Angestellte, die zu einer anderen Dienststelle wechselte, war »Educatrice graduée« und soll durch eine(n) »Assistant(e) sociale« erst werden. Ali Ruckert begründete seine ablehnende Haltung damit, dass sich der Schöffenrat bisher weigert, die Halbtagsbeschäftigung im »Service à l’Egalité des Chances« durch eine Ganztagsbeschäftigung zu ersetzen.