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KPL Sektion Zentrum klärte auf:

Hinter einem Flüchtling lassen sich viele Probleme verbergen

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22/09/2015

Am vergangenen Sam­stag setzte die Sektion Zentrum der KPL ihre Aufklärungsserie auf der Straße fort, erstmals in der Avenue de la Gare, da der angestammte Platz an der Baustelle des Luxus-Einkaufszentrums statt des zentralen Busumsteigebahnhofs am Aldringer unpraktikabel geworden ist.

Diesmal ging es um all die Probleme, die allesamt aus der öffentlichen Debatte verschwunden sind mit der totalen Überbewertung des Flüchtlingsthemas: die EU28 beherbergen 508 Millionen, haben ein Riesenproblem mit zu niedrigen Geburtenraten in den meisten Ländern und müßten froh sein um jeden, der in sie einwandern will. Allein die BRD braucht bis 2050 20 Millionen Einwanderer, und jede Million, die in den nächsten 35 Jahren weniger kommt, geht ab von den heutigen 80 Millionen Bundesbürgern. Und da streiten sich seit Wochen Spitzenpolitiker dieser imperialistischen Union, die das Fluchtproblem mit ihrer Kriegspolitik im Verbund mit den USA geschaffen haben, über die Verteilung von 160.000 Leuten!

Die wirklichen Probleme – Kaufkraftverlust, Arbeitslosigkeit, Staatschulden- und Währungskrise EU-weit und national die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, die Wohnungsnot und die Verkehrsprobleme wegen der Überkonzentration der Arbeitsplätze in und um die Hauptstadt – verschwinden damit ebenso aus der Debatte wie geplante Verschlechterungen der Pflegeversicherung samt allen Schlechtigkeiten des Bela­stungspakets der aktuellen Regierung.
Über die Ursachen der Flüchtlingsproblematik wird tunlichst auch geschwiegen, ja es wird sogar noch eins draufgesetzt: dem syrischen Präsidenten Assad soll jetzt schnellstmöglich der Garaus gemacht werden, obwohl das mit Sicherheit – siehe das leuchtende Beispiel Libyen – noch mehr Flüchtlingen Beine machen wird.

Es gab ein durchwegs interessiertes Publikum unweit des Hauptbahnhofs. Ungut fielen eigentlich nur die geprüften Antikommunisten auf, die aus osteuropäischen Ländern als EU-Beamte nach Luxemburg geschickt werden. Etliche wurden richtig massiv ob unserer roten Fahnen mit Hammer und Sichel, einer drohte gar damit, er werde einen holen, dessen »ganze Familie von den Sowjets vernichtet wurde«. Das mit der ganzen Familie mußte eine Übertreibung sein, sonst gäb es den Schläger ja nicht, der uns verhauen würde, sähe er uns. Und was die Vernichteten verbrochen haben, z.B. als unterwürfige Hilfstruppen Hitlers oder sonstige Terrori­sten und Saboteure, wurde natürlich auch nicht zugegeben. Es ist schon traurig, mit was wir da in eine »Wertegemeinschaft« gezwungen werden!

Höchste Zeit also, sich mit der Rolle der Medien auseinanderzusetzen, wozu die KPL Sektion Zentrum zu einem Informations- und Diskussionsabend am Montag, 28. September ab 19.30 Uhr in den 1. Stock des Casino Syndical (Luxemburg-Bonneweg, 63, rue de Bonnevoie) einlädt.

Dabei wird der Frage nachgegangen, ob es sowas wie »Objektivität« überhaupt gibt, was die Rolle eines Medien-Mitarbeiters ist, wie dessen Stellung gegenüber der Blattlinie aussieht und welche Interessen die Agenturen bedienen. Schließlich geht es darum, wie sich die Interessenlage der Medien-Besitzer auf die Berichterstattung durchschlägt.

Bringt Freunde und Bekannte mit zu diesem Abend, um hinter die Kulissen der Medien zu schauen!